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2005-2017

2018

Positionspapier: Promotionen an HAWen

21.12.2018

Im Hinblick auf die bevorstehende Novellierung des Hochschulgesetzes in Rheinland-Pfalz soll im Folgenden zum Thema „Promotionen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW)“ Stellung genommen werden.

In allen Landeshochschulgesetzen ist ein grundsätzlicher Zugang zur Promotion für HAW Absolventinnen und -Absolventen vorgesehen. Insbesondere die Möglichkeit zur kooperativen Promotion ist mittlerweile in den Hochschulgesetzen aller Bundesländer implementiert. Allerdings können in der Praxis unterschiedliche Modelle der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und HAWen identifiziert werden (siehe [1]). Das aktuelle Hochschulgesetz von Rheinland-Pfalz vom 19.11.2010 nimmt wie folgt in relativ unverbindlicher Weise auf die kooperative Promotion Bezug:

  • §25(4) In Promotionsverfahren können auch Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer an Fachhochschulen zu Prüfenden bestellt werden.
  • §26(8) Promotionsordnungen sollen Bestimmungen über die Zulassung besonders befähigter Fachhochschulabsolventinnen und Fachhochschulabsolventen mit Diplomabschluss sowie über die Zulassung besonders qualifizierter Absolventinnen und Absolventen mit Bachelorabschlüssen zur Promotion enthalten.
  • §34(5) Die Universitäten sollen gemeinsam mit den Fachhochschulen kooperative Promotionsverfahren durchführen. In diesem Fall kann zusätzlich eine Einschreibung der Doktorandin oder des Doktoranden an der beteiligten Fachhochschule erfolgen. § 67 Abs. 3a Satz 1 bis 3 gilt entsprechend.

Laut einer Umfrage der Hochschulrektorenkonferenz (siehe [2]) für den Zeitraum 2012-2014 lag die Anzahl der abgeschlossenen Promotionen von HAW-Absolventen/Absolventinnen deutschlandweit bei 1245 (von insgesamt 59 791 ohne Human- und Veterinärmedizin). Damit stieg der Anteil im Vergleich zu den Prüfungsjahren 2009-2011 um 33%. Die Gesamtanzahl abgeschlossener Promotionen in Rheinland-Pfalz belief sich von 2012-2014 auf 2281, davon waren 1.32% (d.h. absolut 30) Promotionen von HAW-Absolventen/Absolventinnen. Damit liegt Rheinland-Pfalz im Vergleich mit allen anderen Bundesländern auf einem der hinteren Plätze (Platz 12).

Das Modell der kooperativen Promotion leidet darunter, dass Universitätsprofessoren vielfach wenig motiviert sind, dafür zeitliche und ideelle Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Das derzeitige Landeshochschulgesetz legt ihnen auch keinerlei Verpflichtung zur Kooperation auf. Die kooperative Promotion kann nur ernsthaft gefördert werden, wenn die Universitäten zur Mitwirkung verpflichtet werden und ihnen dafür zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Es ist auch sachlich begründet, dass die Betreuerinnen und Betreuer der Fachhochschulen als primäre Träger der wissenschaftlichen Verantwortung gleichberechtigt im Begutachtungsverfahren und in der Prüfung berücksichtigt werden. Das Promotionsverfahren muss durch diese und ggf. weitere Regelungen institutionell abgesichert werden. Die Diskrepanz in den Zustimmungsraten zum Thema „kooperative Promotion“ zwischen Hochschulleitungen einerseits und Fakultäten und Fachbereichen andererseits (vgl. [2] Statistiken zur Hochschulpolitik 1/2017 der HRK) zeigt, dass es nicht ausreicht, diese Regelungen auf Hochschulebene (z.B. in der Grundordnung) zu verankern: Sie müssen Eingang in die Promotionsordnungen der nächst-tieferen Ebene finden.

Eng verbunden mit der institutionellen Absicherung ist die Forderung nach gemeinsamen Graduiertenkollegs von Universitäten und HAWen, wie sie in anderen Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein) schon eingerichtet sind. In Rheinland-Pfalz sind sie derzeit nur an Universitäten vorgesehen.

Das Hochschulgesetz sollte auch die Kooptation von in der Forschung ausgewiesenen Professorinnen und Professoren der Fachhochschulen in Fachbereichen/Fakultäten der Universitäten vorsehen. Kooptierte Mitglieder der Universität bekommen damit einen unkomplizierten Weg zur Promotion ihrer Doktorand/inn/en.

Um verbesserte Voraussetzungen für die kooperative Promotion und um ein Anreizsystem für die Einbringung von Zeit und praktischer Expertise seitens HAW Professor/inn/en im Rahmen von Promotionsverfahren zu schaffen, müssten wesentliche Änderungen im Hochschulgesetz von RLP vorgenommen werden. Ein zentraler Aspekt, der die Motivation und vor allem die Möglichkeit von HAW Professor/inn/en eine kooperative Promotion zu begleiten bestimmt, ist das hohe Lehrdeputat. Mit dieser Lehrbelastung ist eine qualitativ ausreichende Betreuung von Promovierenden – selbst unter Einsatz von vorlesungsfreien und ähnlichen frei planbaren Zeiten – für Professoren/innen an HAWen schwer umsetzbar. Mindestens eine Angleichung des Lehrdeputats an das von Universitätsprofessoren mit vergleichbaren Aufgaben oder eine Einrichtung von für den Zeitraum der Betreuung befristeten Forschungsprofessuren mit einem ermäßigten Lehrdeputat wären als Ausgleich für den zu leistenden Arbeits- und Forschungsaufwand angemessen/fair. Eine zusätzliche finanzielle Unterstützung des Landes zur Verbesserung der Forschungsausstattung und Infrastruktur (technische und räumliche Ausstattung, Labore, Bibliotheken, Aufbau eines Mittelsbaus zur unterstützenden Betreuung, Fortbildungen,…) und eine Unterstützung zum Aufbau von Netzwerken von kooperationsinteressierten Professoren/innen wären notwendig. In letzter Konsequenz müssten Möglichkeiten eines Angebots zur besseren Besoldung (zB die Erreichung einer W3 Besoldungsstufe) für leistungsstarke HAW Professor/inn/en folgen.
Im aktuellen HochSchG fehlt die Grundlage für solche erforderlichen Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Betreuung von Promovierenden an HAWen.

Perspektivisch sehen wir die Entwicklung hin zu einer gezielten Verleihung des Promotionsrechts an Fachbereiche von HAWen. Gründe hierfür wurden bereits in unserer Stellungnahme zu den Empfehlungen „Hochschulzukunftsprogramm Rheinland-Pfalz“ genannt (siehe Anlage).

Referenzen:

[1] Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) (Hrsg.) (2018): Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands 2018, EFI, Berlin. (https://www.e-fi.de/fileadmin/Gutachten_2018/EFI_Gutachten_2018.pdf)

[2] HRK (2017): Promotionen von Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Promotionen in kooperativen Promotionsverfahren. Statistiken zur Hochschulpolitik 1/2017, Berlin. (https://www.hrk.de/fileadmin/redaktion/hrk/02-Dokumente/02-10-Publikationsdatenbank/Stat-2017-01_Promotionen.pdf)

[3] Stellungnahme des Verbandes Hochschule und Wissenschaft zur Reform der Promotionsverfahren. (https://www.vhw-bund.de/DOCS/STELLUNGNAHMEN/Promotionsverfahren.pdf)

[4] Stellungnahme des Verbandes Hochschule und Wissenschaft Rheinland-Pfalz im dbb zu den Empfehlungen „Hochschulzukunftsprogramm Rheinland-Pfalz“ (https://www.vhw-rlp.de/dokumente/VHW_RLP_Stellungnahme_Empfehlungen_Hochschulzukunftsprogramm.pdf)

April 2018

Besuch der VHW RLP-Vorsitzenden bei der Landtagsfraktion der Grünen.

Stellungnahme zum Empfehlungsbericht

Expertenkommission legt Empfehlungsbericht zur Hochschulentwicklung in Rheinland-Pfalz vor: Die Hochschullandschaft auf dem Prüfstand

April 2018

Die im April 2017 vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (MWWK) eingesetzte 15-köpfige Expertenkommission erhielt den Auftrag, eine Gesamtbetrachtung des Hochschulsystems in Rheinland-Pfalz vorzunehmen und Empfehlungen zu seiner Weiterentwicklung zu formulieren. Um ihren Auftrag angemessen bewältigen zu können, wurden vier Arbeitsgruppen gebildet zu

  1. Studium und Lehre, Lehrerbildung, Diversity
  2. Forschung und Entwicklung, Nachwuchsförderung
  3. Internationalisierung, Innovation in der Region, Kooperationen, Transfer
  4. Governance, Kommunikationsstrategien, Hochschullandkarte Rheinland-Pfalz, Campus Management

Die Expertenkommission legte im April 2018 der Landesregierung Rheinland-Pfalz ihren 60seitigen Bericht vor.[i] Unter dem Vorsitz des Siegener Rektors und Vizepräsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Holger Burckhart, untersuchte die Gruppe Potenziale und Chancen des Hochschul- und Wissenschaftsstandorts und formulierte auf dieser Basis Empfehlungen zur Weiterentwicklung der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft.

[i]      Expertenkommission Hochschulzukunftsprogramm Rheinland-Pfalz – Vorsitzender Professor Dr. Holger Burckhart (Hrsg.): Hochschulzukunftsprogramm Rheinland-Pfalz – Potenziale l Herausforderungen l Chancen: Empfehlungen. April 2018.

Der Vorsitzende der Expertenkommission, Prof. Dr. Holger Burckhart, unterstrich bei der Überreichung der Empfehlungen an Minister Wolf: „In durchweg offenen, sachbezogenen und konstruktiven Gesprächen mit den Hochschulgremien – den Hochschulleitungen, den Senaten und Fachbereichsleitungen aller elf rheinland-pfälzischen Hochschulen – sowie mit zentralen Interessensvertretungen aus wichtigen Gesellschaftsbereichen wurde der vorliegende Bericht erarbeitet. Zusammenfassend kann gesagt werden: Rheinland-Pfalz verfügt in seinen dezentral orientierten Wissenschaftsregionen Rheinhessen, Pfalz, Trier und Koblenz über ein breites Spektrum an Forschung, Lehre, Innovation und Transfer. Mit teilweise mehreren Standorten übernehmen sie mit besonderen Studienangeboten, innovativen Forschungsprojekten und Wissenstransfer in die Wirtschaft vor Ort eine besondere Rolle für die regionale Weiterentwicklung. Diese regionale Vielfalt sollte erhalten, aber zugleich als Grundlage für eine profilierte internationale Ausrichtung der Hochschullandschaft genutzt werden. Sie bietet Potenzial, fordert aber auch gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten für die Zukunft.“

Der zuständige Wissenschaftsminister, Prof. Dr. Konrad Wolf, selbst in seiner vorigen Position Hochschulpräsident der Hochschule Kaiserslautern und insofern Kenner der Praxis, bewertete die Arbeit der Kommission als hilfreich: „Wir werden zukunftsträchtige Spitzenforschung fördern. Mit neuen strategischen Konzepten werden wir die Forschung an Hochschulen national wie international wettbewerbsfähiger machen. Die Forschungsinitiative des Landes wird mit 20 Millionen Euro pro Jahr fortgeführt. Mit dieser Strategie wollen wir eine Steigerung der Drittmitteleinnahmen der Hochschulen von derzeit 235 Millionen Euro auf ein Volumen von rund 300 Millionen Euro erreichen“, so der Minister. „Ich will zudem die anwendungsorientierte Forschung der Fachhochschulen in das Promotionsgeschehen einbeziehen und kooperative Promotionen fördern. Noch 2018 werden wir ein Programm ins Leben rufen, das Promotionen, die gemeinsam von Fachhochschulen und Universitäten getragen werden, fördert. In der ersten Förderrunde 2018 werden damit 20 kooperativ Promovierende finanziert. Um die Attraktivität der dualen Studiengänge weiter zu steigern, will ich die Hochschulen dazu gewinnen, neben dualen Bachelorangeboten auch duale Masterangebote anzubieten. Insgesamt werde ich die Hochschulen dabei unterstützen, das Angebot der dualen Studienangebote in den kommenden fünf Jahren von 66 auf ca. 100 Studiengänge zu steigern.“

Großer Wermutstropfen aus Sicht des vhw rlp: Der Dachverband dbb und ihre inhaltlich einschlägig geeignete Gewerkschaft, nämlich der vhw, wurde an den Gesprächen nicht beteiligt. Der vhw rlp hat dies gegenüber dem zuständigen Ministerium sowie in seiner Stellungnahme entsprechend kritisch bemerkt. Nach Abschluss der bereits begonnenen Gespräche mit den verschiedenen Akteuren sollen die Zielvereinbarungen in eine Rahmenvereinbarung mit den Eckpunkten der künftigen Hochschulentwicklung münden. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Stellungnahme des Verbandes Hochschule und Wissenschaft Rheinland-Pfalz im dbb zu den Empfehlungen „Hochschulzukunftsprogramm Rheinland-Pfalz“

Der Verband Hochschule und Wissenschaft Rheinland-Pfalz (VHW RLP) im dbb Rheinland-Pfalz begrüßt grundsätzlich die Empfehlungen, die die Expertenkommission auf Veranlassung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur formuliert hat. Zu klären ist nun im nächsten Schritt wie diese Empfehlungen konkret umgesetzt werden sollen. Spätestens bei der nun anstehenden Diskussion über die praktische Umsetzung der Empfehlungen sollten einschlägig kompetente Gewerkschaften eingebunden werden.

Am 28. 11. 2017 (vgl. S. 58) fand u.a. ein Gespräch mit Gewerkschaften statt. Hierzu ist festzustellen, dass die Gewerkschaft dbb und tarifunion mit seiner Gewerkschaftsgruppe Verband Hochschule und Wissenschaft nicht beteiligt wurde. Dabei ist der Verband Hochschule und Wissenschaft Rheinland-Pfalz der einzige, der die ganze Bandbreite der Bereiche Hochschulen und Wissenschaft vertritt. Es sollte zukünftig beachtet werden, dass bei solchen Anhörungen keine einseitige Bevorzugung der DGB-Gewerkschaften erfolgt.

Einige Aspekte wurden aus Sicht des vhw rlp nicht genügend berücksichtigt (siehe unten).

Vor allem stellt sich die Frage, ob Rheinland-Pfalz willens und in der Lage ist, die für ein Hochschulzukunftsprogramm notwendigen zusätzlichen Finanzmittel aufzubringen. Das Land gibt momentan etwa 4% seiner Haushaltsmittel für den Bildungsbereich aus. Die Vorschläge der Kommission machen nur Sinn, wenn das Land bereit ist, die dafür notwendigen Mittel zusätzlich bereit zu stellen.

Besonders wichtig ist dabei, dass die Art der Finanzierung den Hochschulen langfristiges und nachhaltiges Wirtschaften und Planen ermöglicht. Ein Mittel dazu muss die Reduzierung des prozentualen Anteils an Projektfinanzierung zugunsten einer Erhöhung der Grundfinanzierung sein.

Rheinland-Pfalz rangiert derzeit mit seiner Beamtenbesoldung auf Platz 16. Mit der kürzlich angekündigten Besoldungserhöhung in 07/2019 und 07/2020 um jeweils 2% wurde versucht, auch im Bereich der Beamten das Schlimmste, nämlich die weitere Abwanderung qualifizierten Personals, zu verhindern.

Für die weitere Zukunftsplanung könnte es hilfreich sein, eine ehrliche Diskussion über die Profile und Funktionen von Universitäten und HAWen zu führen.

Hochschulen sind Bildungseinrichtungen, und deshalb müsste auch differenzierter über die unterschiedlichen Aspekte von Erziehung, Unterricht und Bildung sowie Lehren und Studieren diskutiert werden, die durch den weiten Begriff der Lehre allein nicht hinreichend dargestellt werden.

Der vhw rlp fordert daher: Einbeziehung der Expertinnen und Experten des vhw rlp in die Fragen der konkreten Umsetzung der Empfehlungen in Hochschulen und Wissenschaft!

Ergänzungen und weiterführende Erläuterungen:

Folgende Vorschläge der Kommission sind mit Kosten verbunden:

  • Erstellung einer umfassenden Bestandsaufnahme aller Studienangebote im Lande (S.51),
  • Verbesserungen des Studierendenmarketings (S. 51),
  • Hinterlegung des offenen Hochschulzugangs und Durchlässigkeit mit entsprechenden Ressourcen zu hinterlegen (vgl. S. 51),
  • Entwicklung neuer Modelle für die Studieneingangsphase und Studienorientierung (S. 51),
  • Weiterentwicklung dualer Studiengänge in Abstimmung mit Unternehmen und Kammern mit zeitlicher und räumlicher Flexibilisierung (S. 51),
  • Weiterentwicklung der Qualität von Studium und Lehre; Verringerung der Abbrecherquoten, Ausbau des Qualitätszentrums einschließlich des Hochschulevaluierungsverbundes Südwest e.V. (S. 51),
  • Aufbau einer hochschulübergreifenden Digitalisierung mit entsprechenden Ressourcen   (S. 52),
  • Finanzielle Anreize zur Förderung kooperativer Promotionen (S. 52),
  • Erhöhung des forschungsbezogenen Personals an Hochschulen AW (S. 52),
  • Mehr Ressourcen zur Unterstützung der Handlungsfähigkeit bei Gleichstellung, Digitalisierung und Internationalisierung (S. 53),
  • Mehr Ressourcen für die TU Kaiserslautern, damit leistungsstarke Forschungskerne auch in Kooperation mit der Hochschule AW Kaiserslautern und der Region Pfalz gestärkt werden können (S. 53),
  • Mehr Ressourcen für die JGU, damit deren internationale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gestärkt werden kann (S. 53),
  • Aufbau eines hochschulübergreifenden Wissenschafts- und Studierendenmarketings und einer landesweiten Internationalisierungsstrategie (S. 49),
  • Ausbau englischsprachiger Studiengänge zur Gewinnung von mehr internationalen Studierenden (S. 13),
  • Bausanierungsbedarf der Universitäten Mainz und Kaiserslautern (S. 21),
  • Bereitstellungen von Stellen für vorgezogene Berufungen (S. 23),
  • Programm zur Förderung von offenen Bildungsressourcen (S. 24),
  • Evaluierung der Gleichstellungsprogramme (S. 24),
  • Erstellung einer umfassenden Bestandsaufnahme aller Studiengänge (S. 27),
  • Umfangreiche Förderung der Forschung an Hochschulen AW (S. 37/38), insbesondere auch Einführung von Qualifizierungsstellen,
  • Kurzfristiger Aufbau einer landesweiten Institution für kooperative Promotionen (S. 39),

Das Land stellt bis 2020 12 Mio. Euro aus dem Hochschulpakt zur Verfügung, um die Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Ausbildung zu erhöhen (S. 13). Diese Gelder sind aber nur sinnvoll eingesetzt, wenn durch das Land eine Dauerfinanzierung sichergestellt wird.

Stellen in den Lehrerbildungszentren werden zurzeit mit Hochschulpaktmitteln finanziert (S. 15/16). Da es sich hier aber um Daueraufgaben handelt, muss das Land die Finanzierung auch dauerhaft gewährleisten.

Auf folgende – aus Sicht des vhw rlp wichtige Punkte – geht die Kommission nicht oder nicht ausreichend ein: 

  1. Besonders zu begrüßen ist die Forderung der Expertenkommission (vgl. S. 53), dass das bestehende Hochschulfinanzierungssystem grundsätzlich überarbeitet werden sollte. Dabei wird von der Expertenkommission lediglich sehr vage vorgeschlagen, dass neben Leistungsindikatoren auch die Förderung internationaler Wettbewerbsfähigkeit berücksichtigt werden sollte, insbesondere die dafür notwendige Verwaltung von Stellen und Finanzmitteln.
  2. Das Land sollte aus Sicht des vhw rlp dabei unbedingt darauf achten, dass die drei Säulen laut Hochschulgesetz, nämlich Forschung, Lehre und Weiterbildung, aber auch die Verwaltung sowie die übrigen Einrichtungen der Hochschulen (z.B. Hochschulsport, Third Mission, Transfer, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, Kooperationen, Marketing etc.) im Kampf der unterschiedlichen Interessen nicht gegeneinander ausgespielt werden können. Insbesondere ist darauf zu achten, dass nicht die Qualität der Lehre gegen die Qualität der Forschung und umgekehrt ausgespielt werden kann. Das Land sollte als Mindeststandard dafür Sorge tragen, dass zur Erhaltung der Qualität der curricularen Lehre ausreichend Dauerstellen für Professor/inn/en und Dozierende in den Stellenplänen bereitgestellt und finanziert werden.

Insbesondere müssen Kostensteigerungen durch Tarifveränderungen bei den Globalhaushalten unmittelbar als zusätzliche Mittel in vollem Umfang (100%) bereitgestellt werden.

Kann das Land für die curriculare Lehre nicht ausreichende Mittel zur Verfügung stellen, müssen Land und Hochschulleitungen hochschulübergreifend Einsparkonzepte erarbeiten, z.B. durch Schließung von Studiengängen oder Einsparungen durch hochschulübergreifende Kooperationen, wie von der Expertenkommission an verschiedenen Stellen andeutungsweise gefordert wird.

  1. In „2.4 Hochschulautonomie“ (S. 20/21) spricht die Kommission eine Gliederung der Finanzzuweisungen in Grundzuweisung, PBK und MBK und damit verbundene Probleme an (historische Haushalte als Basis, wenig Dynamik). Der Begriff „Bemessungskonzept“ legt nahe, dass hier der Bedarf bemessen wird. Dies ist aber nicht der Fall. Die Konzepte PBK und MBK legen bestimmte Parameter mit Gewichtungen zugrunde und liefern einen Schlüssel, nach dem vorhandene Personal- bzw. Haushaltsmittel verteilt werden. Wenn alle Hochschulen ihre Studierendenzahl oder ihren Frauenanteil in gleicher Weise erhöhen, erhalten sie die gleichen Mittel wie vorher.Hier sollte eine Grundsatzdiskussion unter Einbeziehung aller Hochschulen mit einer Gliederung in die Bereiche Forschung, Lehre, Weiterbildung sowie weitere (z.B. Verwaltung, Hochschulsport, Third Mission, Transfer, öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, Kooperationen, Marketing etc.) geführt werden. Bei der Forschungsfinanzierung sollte eine Differenzierung in Finanzierung für eingereichte Pläne und eine Finanzzuweisung für in der Vergangenheit erbrachte Forschungsergebnisse diskutiert werden. Die Kommission gibt hier auf S. 36 den hilfreichen Hinweis: „Erbrachte Leistungen herausragender Forscherinnen und Forscher sind durchaus valide Indikatoren für zukünftige Leistungen.“
  2. Ein solches Konzept kann dazu verleiten, in unbedachter Weise neue Studiengänge zu schaffen, die Studierendenzahlen durch Marketing oder den Frauenanteil zu erhöhen, nur um Kürzungen bei Stellen oder Finanzmitteln zu vermeiden, was aber dann zu Lasten der konkurrierenden Hochschulen geht.
  3. Die Universitätsmedizin Mainz wurde nicht in die Betrachtung einbezogen (siehe Ergänzungen).
  4. Die Kommission fordert dankenswerter Weise verbesserte Promotionsmöglichkeiten für Hochschulabsolvent/inn/en von HAWen im Rahmen kooperativer Promotionsverfahren, sie setzt sich aber nicht mit den Argumenten für ein dazu ergänzendes eigenständiges Promotionsrecht für HAWen (für bestimmte Fachbereiche oder Forschergruppen) und den diesbezüglichen Entwicklungen in anderen Bundesländern auseinander (siehe Ergänzungen).
  5. Für den Erfolg des Unterrichts auf allen Schulstufen ist eine gut ausgebaute Lehrkräftefortbildung sowohl zentral als auch mit permanenten Angeboten in den Universitäten in Didaktik und Methodik aller Unterrichtsfächer dringend erforderlich. Solche Angebote müssen für Quer- und Seiten­einsteiger verpflichtend sein.
    Das erfordert auch, dass die Stellen in den Lehrerbildungszentren in den Hochschulen als Dauerstellen finanziert werden, so dass auch in diesem Bereich zur Qualitätssicherung prekäre Beschäftigungsverhältnisse vermieden werden.
  6. Auch beim wissenschaftlichen Nachwuchs müssen sachgrundlose Befristungen weitgehend vermieden werden. Andernfalls ist die im vorliegenden Zukunftsprogramm geforderte Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie nicht realisierbar.
  7. Das von der Kommission entwickelte Zukunftskonzept sieht eine zunehmende Vernetzung der Hochschulen mit den Firmen und Betrieben der Umgebung, aber auch mit der Bevölkerung im Sinne einer Third Mission bzw. Transfer vor. Das ist sehr zu begrüßen. Konkrete Empfehlungen enthält der Bericht bedauerlicherweise jedoch nicht (siehe Ergänzungen).
  8. Auf S. 21 und S. 42 spricht sich die Kommission richtigerweise für mehr Autonomie der Hochschulen aus und nennt dabei Stellenplan, Berufungsrecht, Dienstvorgesetzteneigenschaft für Professorinnen und Professoren, Bauherreneigenschaft. Zum anderen werden die Hochschulen überwiegend von den Steuerzahler/inne/n finanziert und deren legitimer Vertreter ist nun einmal die Landesregierung. Ihr müssen Steuerungs- und Eingriffsmöglichkeiten zugestanden werden, auch im Interesse der Hochschulangehörigen selbst. Dabei sollte natürlich konkret so wenig wie möglich genehmigungspflichtig sein.
  9. Die Forderung nach Autonomie der Hochschulen ist jedoch seitens der Landesregierung mit Bedacht zu stellen. In der Realität kann sich diese auch als reine Autonomie der Hochschulleitungen herausstellen. Auch in Hochschulen können sich Interessen- und Machtstrukturen bilden.
  10. Eine gewaltige Herausforderung in der Zukunft werden die Umstellungen in fast allen Bereichen im Zuge der Digitalisierung sein; das vorliegende Zukunftsprogramm weist darauf hin. Das hat zur Konsequenz, dass sowohl die Lehrenden als auch das übrige Personal entsprechend weitergebildet werden müssen. Hierfür müssen die Zentren für wissenschaftliche Weiterbildung entsprechend gestärkt werden. Bei Berufstätigen bietet sich hier das duale Verfahren an. Es wird damit auch Veränderungen in den Verwaltungs­strukturen der Hochschulen selbst geben. Hier ist eine schnellstmögliche deutliche Aufstockung der Stellenpläne mit entsprechender Finanzierung der Weiterbildungszentren erforderlich.
  11. Bezüglich der Bauherreneigenschaft hat die Praxis gezeigt, dass der LBB bezüglich der Bausanierung und kleineren Neubaumaßnahmen personell zumindest für den Bereich der JGU überfordert ist. Entweder muss hier der LBB personell deutlich besser ausgestattet werden oder aber, was wahrscheinlich besser funktionieren würde, die Befugnisse und Ressourcen der Immobilienabteilung der JGU müssten ausgeweitet werden.
  12. Im Abschnitt 2.2 Studium und Lehre (S. 12 ff.) erweckt der Bericht der Expertenkommission den Eindruck, als seien hohe Studierendenzahlen und insbesondere hohe Studierendenzahlen aus dem Ausland schon ein Wert an sich. Diese Auffassung, die vor dem Hintergrund der derzeitigen Finanzierung über HSP-Mittel nachvollziehbar ist, müsste zumindest hinterfragt werden. Der Hinweis auf höhere Werte in anderen Ländern ist dabei argumentativ keine Hilfe.
  13. Wünschenswert wären hier Analysen zu der Frage, ob das Land da, wo globale Bedarfsschätzungen für die Zukunft überhaupt möglich sind (z.B. Ärzteversorgung, Lehrerversorgung), mindestens genügend Studienplätze für den Eigenbedarf bereitgestellt werden. Die Kommission weist auf S. 16 bezüglich der Lehrerbildung auf dieses Problem hin.
  14. Die Angaben der Kommission zu den Betreuungsrelationen S.14/15 müssten sehr viel stärker differenziert werden, wenn sie eine Hilfe für praktische Entscheidungen sein sollen.
    Einerseits müsste hier zwischen Professor/in/en und Dozierenden unterschieden werden und andererseits machen Vergleiche nur bezüglich vergleichbarer Studiengänge Sinn. Dies allerdings müsste in einem Bundesvergleich erfolgen, wenn die Qualität der Abschlüsse auf Bundesebene vergleichbarer gemacht werden sollen.
    Natürlich hängt die Qualität der Lehre auch entscheidend von den Betreuungsrelationen und von der Frage ab, ob die Lehre über Dauerverträge oder befristete Verträge wahrgenommen wird.
  15. Zum Problem der Abdeckung curricularer Lehre durch befristete Arbeitsverträge und durch Lehraufträge und deren Auswirkungen auf die Qualität der Lehre nimmt die Kommission nicht Stellung.

Ergänzungen zu den oben genannten Punkten:

Ad 3: Die UM wurde in dem Bericht nicht berücksichtigt, obschon sie mit dem Problem zu kämpfen hat, dass sie einerseits zwar ganz exzellente Forschungsleistungen erbringt, andererseits diese aber mit den Einnahmen aus der Krankenversorgung nicht finanzieren kann, was jährlich zu erheblichen Haushaltsdefiziten führt.
Hier sollten nach Auffassung des vhw rlp die Mittel für die Forschung getrennt und in angemessener Höhe vom Land zugewiesenen werden.

Die Empfehlungen enthalten auch keine Aussage darüber, wie viele Medizinstudienplätze Rheinland-Pfalz bereitstellen müsste, um mindestens den Eigenbedarf des Landes zu decken.

Ad 4: Selbständiges Promotionsrecht für HAWen ergänzend zu kooperativen Promotionen:

Für eine Diskussion zu diesem Thema führt der vhw rlp folgende Argumente an:
a) Es gibt bestimmte Themenbereiche, bei denen weder thematisch noch forschungsmethodisch ein Zwang zur Kooperation mit einer Universität sinnvoll ist. Kooperationen führen hier nur zu einer Ressourcenverschwendung, personell, finanziell und zeitlich.

  1. b) Ein sinnvoll ausgestaltetes eigenständiges Promotionsrecht für HAWen ergänzend zu Kooperationsmodellen könnte wesentlich zur Wirtschaftsförderung des Landes beitragen, insbesondere in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz.
  2. c) Aufgabe der Politik sollte es sein, auf eine sinnvolle Verteilung der Jahrgänge auf das gesamte Bildungssystem hinzuwirken, also auch auf eine sinnvolle Verteilung auf Universitäten und HAWen. Ist man der Auffassung, dass es gesellschaftspolitisch von der Funktion der unterschiedlichen Hochschultypen und von der Finanzierung her sinnvoller wäre, die Universitäten im Lehrbereich zugunsten der HAWen zu entlasten, wäre ein eigenständiges Promotionsrecht für eine volle Konkurrenzfähigkeit bei der Anwerbung von Studierenden für die HAWen hilfreich.
  3. d) Bundesweit ist eine Entwicklung im Gange, die zunächst von einer völligen Ablehnung hin zu einer momentan unumstrittenen Forderung nach kooperativen Möglichkeiten zu nun vereinzelt schon vorhandenen eigenständigen Promotionsmöglichkeiten unter bestimmten Bedingungen geführt hat. Es ist zu vermuten, dass diese Entwicklung auch wirtschaftliche Gründe hat und Rheinland-Pfalz sollte hier eher fortschrittlich als zu zögerlich sein, zumindest aber eine ernsthafte Diskussion führen.
  4. e) Das Promotionsrecht ist momentan auf der Ebene der Fachbereiche, also nicht auf der Ebene der Hochschulen selbst verankert, was auch inhaltlich sinnvoll ist und so bleiben sollte.

In der Praxis wird von Vertreter/inn/en der HAWen immer wieder darüber geklagt, dass eine kooperative Zusammenarbeit in vielen Fällen auf Augenhöhe nicht möglich sei und dass sie auch keine Lust hätten, hier als Bittsteller aufzutreten.
Für viele Themen der HAWen findet sich kein im Lande befindlicher Partner an einer Universität, der hier Interesse hätte, nicht honorierte zusätzliche Belastungen auf sich zu nehmen.

  1. f) Die Kommission stellt fest: „Regionen ohne Wissenschaft verlieren den Anschluss an globale Entwicklungen und sind nicht nur in ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Dynamik benachteiligt, sondern auch in ihrer Bevölkerungsentwicklung“ (S. 4).
    Da sicher nicht die Zahl der Universitäten erhöht werden kann, müsste unter diesem Gesichtspunkt Anzahl und Verteilung der HAWen und deren Möglichkeiten, an Wissenschaften mitzuwirken, diskutiert werden. Ein eigenständiges Promotionsrecht könnte hier förderlich sein.

Ad 6: Der vhw rlp ist der Auffassung, dass alle hauptamtlich Lehrenden an den Universitäten des Landes, die nicht den Titel „Univ.-Prof.“ führen, auf Antrag den Titel „Univ.-Doz.“, d.h. Universitätsdozentin/Universitätsdozent, führen dürfen. So könnte das Sammelsurium an Titeln bei den hauptamtlich Lehrenden vereinheitlicht werden. Der Titel „Univ. Doz.“ benennt eindeutig die Gruppe der hauptamtlich lehrenden Nichtprofessor/inn/en von ihrer Funktion her auch für die Außenwelt und stärkt bei den Betroffenen ihre Identität.

Auch sollte die Gruppe der akademischen Räte erhalten bleiben.
Deren Aufgabenfeld umfasst wie bei den Professoren Forschung, Lehre, Weiterbildung und akademische Selbstverwaltung, wobei der Anteil an der Lehre mit bis zu 16 Semesterwochenstunden größer ist als bei den Professoren. Der Vorteil liegt in der Möglichkeit einer intensiveren Betreuung der Studierenden und in der Wahrnehmung spezieller Daueraufgaben in der Institutsverwaltung.

Ad 7: Ein Beispiel ist die 2011 gegründete Wissenschaftsallianz in Mainz als ein Kontakt­bereich von Hochschulen und Forschungsinstituten für lokal ansässige Firmen und Betriebe, aber auch für die Allgemeinheit. Davon profitiert auch die Bevölkerung (KinderUni, Wissenschaftsmarkt, Science Week, Night of the Profs etc.).

Ad 8: Die Einführung eines eigenständigen Amtes einer Senatspräsidentin/eines Senatspräsidenten nach dem Vorbild Schleswig-Holsteins – auch zur Förderung eines allgemeinen Demokratieverständnisses an den Hochschulen – scheint dringend geboten. Wenn aber von Autonomie gesprochen wird, sollte die Frage der Leitung des Senats zumindest den Senaten der Hochschulen selbst vorbehalten werden.

2017

29.09.2017

Besuch der VHW RLP-Vorsitzenden bei der Landtagsfraktion der Grünen.

Digitalisierung – Arbeitsmarkt 4.0:

Gibt es einen Masterplan?!

09.05.2017/27.06.2017

Die Veränderungen in der Arbeitswelt, die durch die zweite Phase der Digitalisierung ausgelöst werden, beschäftigen Arbeitgeber- wie Arbeitnehmerverbände, aber auch zukunftsorientierte Einrichtungen und zuständige Ministerien der Landesregierung.

So war das Kaiserslauterner Forum 2017 der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) am 09.05.2017 im BIC der TU Kaiserslautern der Arbeit und sozialen Sicherung im digitalen Zeitalter gewidmet.

Nach einem Rückblick auf die bisherige digitale Entwicklung bewertete Margret Suckale, Mitglied des Vorstandes der BASF und Vorsitzende der ZIRP, die zukünftige Entwicklung eher als Evolution denn als Revolution. So könnten digitale Medien vorausschauende Planungen unterstützen und unvorhersehbare Ausfälle vermeiden sowie Forschung und Entwicklung mittels Simulationen (insbesondere in der Chemie) fördern. Speziell kann die 3D-Technik durch das Drucken von Ersatzteilen wertvolle Hilfe leisten. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist für Frau Suckale keine Lösung hinsichtlich eines möglichen Wegfalls von Arbeitsplätzen, vielmehr sollten Menschen dort eingesetzt werden, wo Menschlichkeit gefordert wird, was auf eine Umschichtung der Arbeitsplätze hinausläuft.Da Prof. Dr. Klaus J. Zink, Center for Human Factors – KL, Institut für Technologie und Arbeit e.V., Technik für gestaltbar hält, sieht er die zu erwartenden Dimensionen des Wandels in der Produktionsweise und der Zunahme der Wertschöpfungsketten.Starke Veränderungen hinsichtlich der sozialen Frage sieht Thomas Bruch, Geschäftsführender Gesellschafter der Globus SB-Warenhaus Holding GmbH, im Handel mit Fragen der Existenzsicherung und der Menschenwürde. Vor diesem Hintergrund tritt er für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein.

Natürlich berühren diese Fragen und Probleme in starkem Maße den Bereich der betrieblichen Mitbestimmung. So war der MASTERPLAN „Zukunft der Arbeit in Rheinland-Pfalz“ des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie am 27.06.2017 im Frankfurter Hof, Mainz, der Frage „Auf dem Weg zum Innovationsmotor? Mitbestimmung in der Arbeitswelt 4.0“ gewidmet.

In einem ersten Dialog zwischen Katrin Eder, Umweltdezernentin der Stadt Mainz, und Jürgen Wirbelauer, Personalrat beim Entsorgungsbetrieb von Mainz, ging es um den Grad der Digitalisierung in städtischen Bereichen, speziell um den Einfluss auf die Logistik bei der Müllabfuhr. Damit Betriebsräte auf Augenhöhe mit der Betriebsleitung mitbestimmen können, bedarf es entsprechender Weiterbildungsangebote.In einem zweiten Dialog zwischen Dr. Gerwig Kruspel von der BASF Ludwigshafen und Michael Blug, Landesbezirksleiter ver.di RLP – Saarland, standen die zu erwartenden Unternehmensveränderungen und die Einstellung der Gewerkschaften hierzu im Mittelpunkt.In einem Kurzinput hob Dr. Katharina Oerder, Leiterin des Hauptstadtbüros des Instituts für Mitbestimmung , Innovation und Transfer in Bonn, die Mitbestimmung als Standortvorteil in der digitalen Arbeitswelt hervor.An sechs Diskussionstischen konnten die Themen „Qualifizierung und Personalentwicklung“, „Veränderte Stellenprofile“, „Arbeitszeit und Arbeitsort“, „Betriebsratsarbeit digital“, „Mitbestimmung im Arbeitsrecht“ und „Beschäftigtendatenschutz und Kontrolle“ mit Experten vertieft werden.Für den VHW nahm der ehemalige Landesvorsitzende Dr. Ekkehard Kroll an diesen beiden Veranstaltungen teil; denn die mit der Digitalisierung anstehenden Themen sind im Hinblick auf die zu erwartenden Veränderungen auch im Hochschul- und Wissenschaftsbereich für den VHW von besonderem Interesse.

15.02.2017
Warnstreik- und Protestaktion am Mittwoch

15. Februar 2017 in Mainz

Im Rahmen der TV-L-Einkommensrunde 2017 / Stellenabbau in der Landesverwaltung hatte der dbb Beamtenbund und Tarifunion Landesbund Rheinland-Pfalz zu einer Warnstreik- und Protestaktion am Mittwoch, 15. Februar 2017 in Mainz eingeladen. Den Abschluss bildete eine Kundgebung auf dem Gutenbergplatz, direkt am Staatstheater.

Im Mittelpunkt steht die TV-L-Entgeltrunde, für die die Bundestarifkommission des dbb als Hauptforderung ein lineares Plus von 6 Prozent (inklusive sozialer Komponente) erhoben hat.

Weitere Informationen: https://www.dbb.de/politik-positionen/einkommensrunde/einkommensrunde-2017.html

Gleichzeitig laufen die parlamentarischen Haushaltsberatungen, bei denen es um den drohenden Abbau von 2.000 Vollzeitäquivalenten an Personal in der Landesverwaltung bis 2020 geht, 600 davon in den Ministerien und Mittelbehörden, 310 daraus schematisch über die Einzelpläne verteilt.

Der dbb fordert, dass das Tarifergebnis im Rahmen der Einkommensrunde auch zeit- und inhaltsgleich auf die Beamtenbesoldung und -versorgung im Landes- sowie Kommunaldienst übertragen wird.

Professor Dr. Dr. h.c. Berndt Heydemann
Kundgebung auf dem Gutenbergplatz, direkt am Staatstheater

2016

27.09.2016
Themenworkshop des Foresight-Prozesses der ZIRP:

Für den Arbeitsmarkt der Zukunft: Wie werden wir 2040 lehren und lernen?

Die Schlagworte Industrie 4.0, Digitalisierung, Globalisierung, …durchschwirren zur Zeit alle Medien. Welche Kompetenzen brauchen wir, um für die Entwicklung von Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Industrie und Arbeitsmarkt in der Zukunft mit Blick auf 2040 gewappnet zu sein? Mit diesen Fragen setzte sich das Auditorium der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) am 27.09.2016 in der Hochschule Mainz – University of Applied Sciences auseinander.

Nach dem Impulsreferat von Prof. Dr. Henning Pätzold (Bildungswissenschaften der Uni Koblenz-Landau) „Wie werden wir 2040 arbeiten und lernen?“ setzten sich die TeilnehmerInnen in drei Panels mit den Themen „Kompetenzen der Zukunft“, „Lernen im Betrieb / Wissensmanagement“ und „Schule und Hochschule 2040“ auseinander.

Auf Einladung der ZIRP nahm für den VHW wie bereits bei früheren Veranstaltungen der ZIRP der ehemalige Landesvorsitzende Dr. Ekkehard Kroll an der Tagung teil. Sein Resümee: Die Zukunft hat schon begonnen, bereits jetzt haben insbesondere die Schulen, Hochschulen und alle Weiterbildungseinrichtungen wichtige Aufgaben zu meistern, um uns alle für die Herausforderungen fit zu machen!

2015

05.11.2015
Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz: Magnet Mittelstadt

Der ehemalige vhw-Landesvorsitzende Ekkehard Kroll nahm für den vhw an einer Veranstaltung der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) zum Thema „Magnet Mittelstadt – Die neue Rolle von mittelgroßen Städten als Zentren zum Leben, Wohnen und Arbeiten“ teil. Referate wurden u.a. von Wirtschaftsministerin Lemke und Frau Univ.-Prof. Toeger-Weiß (Professorin für Regionalentwicklung und Raumordnung an der TU Kaiserslautern) gehalten.

Als Mittelstädte werden solche mit 20 000 bis 100 000 EW bezeichnet.

04.05.2015
Stellungnahme

Unsere Stellungnahme zum Entwurf einer Neufassung der Landesverordnung über dienstrechtliche Zuständigkeiten im Hochschulbereich des für das Hochschulwesen zuständigen Ministeriums (HSchDienstZVO).

28.04.2015
Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz

„Starke Wirtschaft – Starke Regionen: Kultur im ländlichen Raum“ unter diesem Thema setzte die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) in Höhr-Grenzhausen als achte Schwerpunktveranstaltung die Reihe fort.

Auf Einladung der ZIRP nahm für den VHW der ehemalige Landesvorsitzende Dr. Ekkehard Kroll an den Veranstaltungen teil; denn die erörterten Themen sind für den VHW im Hinblick auf die von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verbänden und Gewerkschaften getragenen Plattform Industrie 4.0 von besonderem Interesse.

20.04.2015
Wichtige Nachricht zum Thema Befristungen:

Wer nicht wissenschaftliche Dienstleistungen erbringt (z.B. Lehrkräfte für besondere Aufgaben), fällt nicht unter das WissZeitVG und kann nicht auf dessen Grundlage befristet werden. Dabei kommt es nicht auf den Text des Arbeitsvertrages an, sondern allein darauf, was tatsächlich gearbeitet wurde. Urteil des BAG vom 1.6.2011 AZ: 7 AZR 827/09 (Details in Google unter: Urteil BAG 7 AZR 827/09.)

09.03.2015
Gespräch mit der SPD

Im Rahmen der Parteiengespräche des VHW RLP trafen sich am 19.02.2015 Prof. Dr. Josef Arendes (Bundesvorsitzende  des VHW), Friederike Harig (Vorsitzende des VHW RLP)  und Prof. Willi Petter (stellvertretender Vorsitzender des VHW RLP und Vorsitzender der VHW-Gruppe Uni Mainz) mit  Staatssekretär Prof. Dr. Thomas Deufel, der hochschulpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Barbara Schleicher-Rothmund und zwei weiteren Mitgliedern des AK Wissenschaft zu einem neunzigminütigen Gespräch im Abgeordnetenhaus.

Eine der Gesprächsgrundlagen stellte das Lehrauftragspapier des VHW RLP dar, worauf die Kleine Anfrage der CDU (siehe Link) basierte und welche von Staatssekretär Prof. Dr. Deufel im Januar diesen Jahres beantwortet wurde (letzter Punkt Aktuelles). An den Hochschulen in Rheinland-Pfalz werden mittlerweile so viele Lehraufträge vergeben, dass der VHW die Qualität der Lehre langfristig nicht mehr gesichert sieht. Frau Schleicher-Rothmund kündigt an, dieses Thema mit in den Arbeitskreis Wissenschaft zu nehmen (siehe Gesprächsnotiz über das Gespräch zwischen VHW und SPD).

Der Bundesvorsitzende begrüßte ausdrücklich das Modell der rheinland-pfälzischen Landesregierung zur Umverteilung der BAföG-Mittel. Frau Schleicher-Rothmund berichtet, dass 25 Millionen zur Verbesserung der Grundausstattung der Hochschulen zur Verfügung gestellt werden. Neben der Verbesserung der Ausstattung können damit 200 neue Dauerstellen geschaffen werden.

In dem Gespräch formulierte der VHW RLP seine Forderung nach einer einheitlichen Grundbesoldung des Professorenamts. In der deutschen HS-Landschaft existiert das einheitliche Professorenamt mittlerweile schon in den Ländern Bayern und Baden-Württemberg.

2014

31.07.2014

Am 31. Juli 2014 fand ein zweistündiges Gespräch zwischen dem hochschulpolitischen Sprecher Herrn G. Heinisch von Bündnis 90/ Die Grünen mit der Landesvorsitzenden, Frau Fr. Harig und dem stellvertretenden Vorsitzenden, H. Prof. Willi Petter statt. Dabei wurden hochschulrelevante Themen wie die aktuelle Hochschulfinanzierung, befristete Arbeitsverträge, personelle Unterversorgung in den Geisteswissenschaften, Professorenbesoldung sowie Blended Learning besprochen.

Auf Initiative von Bündnis 90/ Die Grünen wurde erreicht, dass die Sitzungen der Hochschulräte in RLP künftig öffentlich zugänglich sind. Der VHW wird einen Vertreter zum kommenden Sitzungstermin des Hochschulrates der JGU entsenden.

vor 2014

2009

Stellungnahme zum Entwurf eines Landesgesetzes zur Änderung hochschulrechtlicher Vorschriften des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz (MBWJK).